Begeisternd präsentieren – mit dem Flipchart

Präsentieren mit dem FlipChart. Foto: fotofabrika / fotolia.com
Beamer und Notebook gehören bei Vorträgen heute zum Standard. Doch oft fühlen sich Zuhörer von der Menge an Folien erschlagen. Kein Wunder, dass die Präsentation am Flipchart ein Comeback feiert. Denn mit Stiften und Papier begeistern Sie Ihr Publikum.

 

Das Flipchart: Richtig eingesetzt unschlagbar

Damit das Flipchart zu einem wirkungsvollen Hilfsmittel wird, muss es seine Stärken voll ausspielen können. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Vorteile

  • Mit dem Flipchart sind Sie nicht von Technik abhängig, die ausfallen kann.
  • Ein Text oder eine Grafik entsteht „live“ vor den Augen des Publikums. Das erhöht die Spannung.
  • Am Flipchart können Sie spontan Dinge einfließen lassen und einfach mit aufschreiben. Ideal bei Äußerungen aus dem Publikum.
  • Sie können wichtige Charts abtrennen und aufhängen. So bleiben Ihre Inhalte bei den Zuhörerinnen und Zuhörern präsent.
  • Wer mit dem Computer Präsentationen erstellt, überfrachtet sie oft mit zu vielen Informationen. Auf dem Flipchart konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche – schließlich müssen Sie alles selbst aufschreiben.
  • Die Blätter des Flipchartblocks können abfotografiert und als Fotoprotokoll weitergegeben werden.

Doch es gibt auch Nachteile:

  • Ein Flipchart eignet sich nur für kleine Gruppen bis zwanzig Personen.
  • Fotos oder Videos lassen sich nicht einbinden.
  • Gerade weil man spontan auf das Publikum reagieren kann, kann man sich verzetteln.
  • Detaillierte Schaubilder oder Grafiken lassen sich nicht darstellen.
  • Wer mit dem Flipchart präsentiert, muss nicht nur reden, sondern auch schreiben oder zeichnen. Das muss geübt werden.

So einfach ist die Gestaltung

Flipcharts sind spontan und handgemacht. Das macht ihren Reiz aus. Trotzdem kann man auch hier mit einfachen Tricks die Präsentation vorbereiten und für eine ansprechende Gestaltung sorgen:

  • Auf das erste Blatt kommt das Thema Ihres Vortrags. Auf die zweite Seite die Gliederung. Schreiben Sie dann auf jedes Blatt oben den Punkt der Gliederung, zu dem es gehört. Ihr Publikum sieht nach dem Umblättern sofort, worum es geht und erlebt dann, welche Gedanken Sie dazu entwickeln.
  • Nutzen Sie verschiedene Farben für die Gestaltung.
  • Überlegen Sie sich für jedes Blatt, wo Sie welche Stichwörter oder Elemente platzieren wollen. Dabei können Sie die „Neuner-Regel“ nutzen: Stellen Sie sich zwei senkrechte und zwei waagerechte Linien vor, die Ihr Blatt in neun gleiche Felder aufteilen. Platzieren Sie nun Ihre Elemente entweder entlang der Linien oder an ihren Kreuzungspunkten. Bei einer Aufzählung könnten die ersten Buchstaben der Begriffe beispielsweise alle auf einer senkrechten Linie liegen, die Säulen eines Balkendiagramms auf einer waagerechten. So erreichen Sie eine Aufteilung, die auch als „Goldener Schnitt“ bekannt ist. Diese Aufteilung kommt in der Natur häufig vor. „Goldener Schnitt“ ist für unser Unterbewusstsein deshalb gleichbedeutend mit Harmonie und wird als angenehm empfunden.
  • Damit Sie nichts vergessen, können Sie sich wichtige Punkte mit Bleistift in einer Ecke des Blattes als „Spickzettel“ notieren. Die dünnen Bleistiftstriche sind für Ihr Publikum nicht sichtbar.
  • Soll auf einem Flipchartbogen ein Diagramm oder eine Grafik zu sehen sein, können Sie auch diese mit Bleistift vorzeichnen und dann in Ihrem Vortrag nur noch mit dem Filzstift „nachmalen“.

So wird Ihr Vortrag zum Erfolg

Es ist soweit: Sie stehen mit Ihren Flipcharts vor Ihrem Publikum. Wenn Sie jetzt während Ihres Vortrags folgende Tipps beachten, kann nichts mehr schiefgehen:

  • Stellen Sie Ihr Flipchart zentral und gut sichtbar auf.
  • Testen Sie vor dem Vortrag, ob die Filzschreiber auch schreiben. Gerade in Hotels oder Tagungszentren bleiben die Stifte oft lange liegen und trocknen aus. Am besten bringen Sie Ihre eigenen Stifte mit.
  • Für die Reihenfolge gilt: Erst reden, dann schreiben. So kann Ihr Publikum Ihre Argumente erst hören und dann sehen.
  • Schreiben Sie groß und deutlich. Kleinbuchstaben sollten so groß wie Ihr kleiner Finger sein. Druckbuchstaben oder Normschrift sind auch meistens besser lesbar als eine Handschrift.
  • Denken Sie daran: Während Sie schreiben, nehmen Sie Ihrem Publikum die Sicht auf das Flipchart. Schreiben Sie also nicht zu viel oder zu lange.
  • Oft sieht man Vortragende, die sich tief bücken, wenn sie etwas an den unteren Rand schreiben wollen. Wenn Sie in die Hocke gehen, haben Sie eine bessere Haltung und können leserlicher schreiben.
  • Fertigen Sie nach Ihrem Vortrag ein Fotoprotokoll an und informieren Sie Ihre Zuhörerinnen und Zuhörer darüber. Wenn aus dem Publikum heraus Ihre Flipcharts abfotografiert werden, ist das störend für Sie und Ihr Publikum.

Fazit:  Ein Flipchart ist ein Medium,  um vor kleinen Gruppen lebendig und spontan zu präsentieren. Es kann alleine zum Einsatz kommen aber auch eine gute Ergänzung zu Notebook und Beamer sein. Dies vor allem dann, wenn sich an einen Vortrag eine Diskussion anschließt und man deren Ergebnisse direkt festhalten will.

Weitere Tipps für erfolgreiche Präsentationen erhalten Sie in unserem Seminar Präsentieren – Methoden und Techniken. Wir freuen uns auf Sie!

Artikel drucken