Photoshop – Schlecht komprimierte Bilder retten?

Photoshop - Schlecht komprimierte Bilder retten?

Wenn wir in Adobe Photoshop ein Bild bearbeiten, achten wir normalerweise darauf, die Arbeitskopie unkomprimiert, also in bestmöglicher Qualität, zu speichern. Erst, wenn das fertige Bild benötigt wird, beispielsweise für eine Website, speichern wir es zugunsten der Dateigröße komprimiert ab – meist als JPEG.

Was aber, wenn das verlustfreie Original nicht mehr existiert und wir nur noch dieses eine, stark komprimierte JPEG mit hässlichen rechteckigen Artefakten übrig haben? Im schlimmsten Fall ist das Bild aufgrund seiner geringen Qualität nicht mehr zu verwenden. Man kann aber versuchen, die Kompressionsartefakte „glattzubügeln“ und das Bild so zu retten.

Photoshop - Schlecht komprimierte Bilder retten?

Dazu öffnen wir die Bilddatei in Photoshop und speichern sie am besten als „PSD“ oder „TIFF“ ab, damit wir bei der folgenden Bearbeitung nicht noch mehr Qualität verlieren.

Artefakte sind auf homogenen Flächen meist am deutlichsten sichtbar. Im Beispielbild ist das die Innenseite der Tasse. Mit dem „Polygon-Lasso-Werkzeug“ können wir den gewünschten Bereich umranden und mit [Strg] + [J] eine neue Ebene daraus erzeugen.

Photoshop - Schlecht komprimierte Bilder retten?

Diese Ebene enthält nur die gewünschte Auswahl. Um die Artefakte etwas auszubügeln, wählen wir am oberen Fensterrand „Filter“ und unter „Weichzeichnungsfilter“ den „selektiven Weichzeichner“.

Photoshop - Schlecht komprimierte Bilder retten?

Hier kann man mit den Reglern „Radius“ und „Schwellenwert“ experimentieren, bis die Artefakte zurückgegangen sind. Orientierung bieten die Werte 1,0 bis 3,0 für „Radius“ und 20 bis 40 für „Schwellenwert“. Wird der Filter zu stark angewandt, wirkt sich das negativ auf Kanten aus – sie werden auch weichgezeichnet. Daher sollte man bei der Auswahl des Bereichs möglichst genau vorgehen.

Photoshop - Schlecht komprimierte Bilder retten?

Es empfiehlt sich, mehrere Auswahlen zu erstellen – zum Beispiel eine pro Bildbereich – und diese separat weichzuzeichnen. Das dauert zwar länger, dafür bekommt jeder Bereich eine individuelle Behandlung. Wenn unser Bild nicht zu stark komprimiert war, kann das Ergebnis so ansehnlich sein, dass wir es wieder verwenden können.

Photoshop - Schlecht komprimierte Bilder retten?

Das Weichzeichnen von Artefakten ist und bleibt aber eine Notlösung, die wir nur anwenden sollten, wenn es gar nicht anders geht. Deshalb achten wir ab jetzt ganz besonders darauf, zumindest eine unkomprimierte Bildversion zu erhalten. So sind wir immer auf der sicheren Seite und müssen gar nicht erst “den Glatten machen”.

Weitere Photoshop Tipps sowie grundlegende Arbeitstechniken und Funktionen können Sie sich in unserem Seminar Adobe Photoshop – Grundlagen anhand zahlreicher praktischer Übungen aneignen. Fortgeschrittenen bieten wir das Seminar Adobe Photoshop – Aufbaustufe an.

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