Papierlos leben? Ein Experiment

Können Sie sich vorstellen, in einem Selbstversuch drei Monate lang ohne Papier zu leben? Sie dürften von jetzt an weder Papier nutzen noch welches annehmen – egal in welcher Form. Wann immer Sie sich handschriftliche Notizen auf einen Block machen, Quittungen oder Visitenkarten einstecken, Tickets drucken oder eine Zeitung kaufen würden, müssten Sie eine selbst auferlegte Geldstrafe zahlen. In allen Lebensbereichen würden Sie nach Alternativen zum Blatt Papier suchen und diese konsequent nutzen.

Mark Kreuzer hat einen solchen Selbstversuch gewagt. Der technikbegeisterte Student berichtete von Februar bis Mai 2012 auf seinem Blog microle.de über Erfahrungen, Hürden und Erfolge während seines Papierlos-Experiments. In einem einführenden Video geht er darauf ein, warum physisches Papier für ihn mehr Nachteile als Vorteile hat. So vermisst er neben den zahlreichen Funktionen eines digitalen Notizbuchs beispielsweise eine Datensicherung. Daher setzt Kreuzer ganz auf seinen Tablet-PC, das er modern „Papier 2.0“ nennt. Mitschriften, Skizzen, Einkaufszettel und Geburtstagskarten fertigt er mittels Touchscreen und Eingabestift an.

Zentrale Organisationsstelle ist hier die Software Microsoft OneNote. Mit dem Cloud-Dienst Microsoft SkyDrive lassen sich alle Neuerungen synchronisieren – praktisch, wenn man verschiedene Geräte nutzt oder über das Internet auf das Notizbuch zugreifen möchte. In mehreren Videos gibt Kreuzer Tipps und Hinweise zu OneNote, zum Beispiel wie man den Start ins papierlose Leben gut vorbereitet, die Software auf dem Tablet-PC einrichtet oder mit mathematischen Formeln umgeht. Auch weiterführende Infos, etwa über den Papierverbrauch in Deutschland, findet man in seinem Blog.

papierlos leben
Viele positive und negative Beispiele hat er während seines Experiments dokumentiert: Musste der Feedback-Bogen in der Uni paradoxerweise auf Papier ausgefüllt werden, obwohl er später sowieso abgetippt wurde, waren viele Dienstleister auf dem aktuellen Stand der Dinge und ermöglichten elektronische Unterschriften. Sogar Liedtexte in manch einer Kirche werden heute digital an die Wand projiziert.

Ganz ohne Papier kam Mark Kreuzer während seines Selbstversuchs allerdings nicht aus. So erhielt er Rechnungen auf dem Postweg, zog Parkscheine oder füllte Formulare im Hotel aus. Dadurch realisierte er, in wie vielen Lebenslagen Papier mittlerweile unverzichtbar geworden ist und schärfte seinen Blick für Alternativen: „Mein erster Reflex, im Moment, sobald ich Papier sehe ist: ich überlege wie könnte man das ganze auch ohne Papier machen.“

papierlos leben

 

 

 

 

 

 

 

 

So sind in drei Monaten nicht nur über 200 Euro in der Strafkasse zusammen gekommen. Kreuzer startete nach der offiziellen Beendigung seines Experiments eine „Papierlos-Bewegung“ auf Facebook. Deren Mitglieder tauschen sich regelmäßig über papierlose Alternativen zu alltäglichen Dingen aus. Kreuzer selbst veröffentlicht darüber hinaus weiterhin Papierlos-Beiträge auf seinem Blog und lebt nach wie vor nach dem Motto „Papier 2.0“.

Seine Erkenntnis: Papierlos leben ist zum Großteil ohne Probleme möglich, oft sogar effektiver als mit Zettelwirtschaft. Komplett ohne geht es allerdings nicht: Bei politischen Wahlen etwa möchte er auf den analogen Wahlzettel aus Sicherheitsgründen nicht verzichten.

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