Homeoffice: Aufmerksam und konzentriert arbeiten

Foto: elenabsl/stock.adobe.com
Keine leichte Aufgabe: Aufmerksam im Homeoffice arbeiten. Foto: elenabsl/stock.adobe.com

Durch unsere neue Arbeitswelt, in der seit einigen Jahren ein großer Teil der Arbeit von zu Hause getätigt wird, rückt neben dem Aspekt der Datensicherheit sowie der Nachhaltigkeit ein weiterer immer mehr in den Fokus: Die Aufmerksamkeit.

Aufmerksamkeit ist eine Ressource. Mit dieser Definition wird auch schon das Problem deutlich: Ressourcen sind limitiert. Das bedeutet, es ist möglich seine Aufmerksamkeit zu teilen, aber letztendlich steht jedem Menschen nur ein gewisses Kontingent zur Verfügung. Die Medienwelt hat dies längst erkannt und ringt mit Schlagzeilen, Clickbaiting und deutlicher Bildsprache um die Aufmerksamkeit der Konsumentinnen und Konsumenten. Die Wissenschaft bearbeitet dieses Phänomen auch schon länger unter dem Begriff der Aufmerksamkeitsökonomie1: Die Aufmerksamkeit des Menschen als ökonomisches Kapital und begehrte Ressource. 

Auch für das Arbeiten im Homeoffice ist dieses Konzept von Bedeutung. Mag die Arbeit von daheim auch flexibel und weitgehend selbstbestimmt sein, gehören die Intensivierung der Arbeitsbelastung sowie die ständige Erreichbarkeit zu den negativen Seiten. Vorgesetzten fehlt durch den mangelnden, persönlichen Kontakt oft das Gefühl, wie ausgelastet der Mitarbeitende im Homeoffice ist, aber auch das Gespür, wann der Mitarbeitende idealerweise auf einem der zahlreichen Kommunikationskanäle kontaktiert werden kann ohne seinen oder ihren Arbeitsfluss zu unterbrechen. Für Mark Fliegauf2, der als Produktivitätsberater viele Unternehmen besucht, stellen Kollaborations- sowie Kommunikationstools wie Teams, Zoom, aber auch E-Mail-Programme, die größte Ablenkungsquelle im Arbeitsalltag dar. Zwischen Online-Meetings, aufpoppenden Chat-Nachrichten, eingehenden E-Mails und dem Anruf des Vorgesetzten auf Teams fällt es oft schwer, konzentriert und aufmerksam zu arbeiten. Das Paradoxe ist: Die Kommunikation über all diese Kanäle soll die Arbeit unterstützen, doch behindert sie diese in der Regel. Daher ist es laut Fliegauf so wichtig, über die Reaktionsgeschwindigkeit und Erreichbarkeit im Homeoffice zu verhandeln: Darf ich Teams auch mehrere Stunden auf Rot schalten und Nachrichten in Chats sowie Anrufe ignorieren? Wie oft am Tag es ist nötig, die E-Mails abzurufen und was sind adäquate Reaktionszeiten? Diese Aushandlungsprozesse werden in Zukunft unerlässlich sein, um hybrides Arbeiten für Unternehmen und Mitarbeitende erfolgreich zu gestalten. 

Aufmerksames und konzentriertes Arbeiten ist natürlich von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Hier finden Sie noch einige praktische Tipps, die Ihnen im Arbeitsalltag dabei helfen können:  

Multitasking minimieren 

Die Fähigkeit zu Multitasking wird in der heutigen Zeit als etwas Positives angesehen. Doch empfiehlt es sich bei der Büroarbeit daheim eher, Aufgaben fokussiert zu erledigen und damit abzuhaken, anstatt immer mehrere „Tabs“ im Kopf offen zu haben. Dies kann zu sehr ablenken und die Konzentration stark beeinträchtigen – wie auch eine Studie aus 20113 darlegt. 

To-Do-Listen führen 

Ergänzend dazu ist es sinnvoll, To-Do-Listen anzulegen. Damit ist es möglich, anstehende Aufgaben „auszulagern“ und somit konzentriert an aktuellen Projekten zu arbeiten, ohne den Fokus zu verlieren oder die Befürchtung zu haben, andere offene Punkte zu vergessen.  

Pausen einlegen 

Arbeitstechniken4, die helfen, rechtzeitig Pausen einzulegen und konzentriert zu bleiben, gibt es heute viele. Eine sehr bekannte ist die Pomodoro-Technik nach Cirillo. Hier werden nach 25 Minuten Arbeit 5 Minuten Pause eingelegt. So soll, mit der Aussicht auf eine zeitnahe Pause, die Konzentration in der Arbeitsphase erhalten bleiben. Es ist bei dieser Technik selbstverständlich möglich, die Zeitintervalle zu variieren, um den eigenen Nutzen dieser Technik zu maximieren.  

Ablenkungen vermeiden 

Neben einem aufgeräumten Arbeitsplatz, an dem man sich wohlfühlt, kann es sinnvoll sein, alle potenziellen Ablenkungen, wie das private Handy, außer Reichweite zu legen. Außerdem ist es generell hilfreich, Ablenkungen in Belohnungen umzudefinieren und sie sich für die nächste Pause aufzuheben. Gönnen Sie sich diese einfach bei der nächsten Tasse Kaffee oder einem kurzen Gang an die frische Luft.  

 

Alle unsere Seminare bieten wir auch im Online-Format an, sodass Sie an diesen bequem von daheim aus teilnehmen können. Schauen Sie gerne in unsere große Auswahl an Seminaren. Wir freuen uns auf Sie! 

 

 

1 Aufmerksamkeitsökonomie: Warum Abkenkung ein Milliardengeschäft ist – Mozilla
2 Stress im Homeoffice: Zoom, Slack oder Teams können zu stark ablenken (faz.net)
3 Konzentriert arbeiten & Ablenkung vermeiden: Diese Tipps helfen dabei – Business Insider
4 Arbeitstechniken (projektmagazin.de)

Beitrag drucken