Threema – Sichere Messenger-App

Foto: Blue Planet Studio/stock.adobe.com
Threema: Sichere mobile Kommunikation. Foto: Blue Planet Studio/stock.adobe.com

Das Smartphone machte es möglich: Online mit dem Handy Kurznachrichten zu versenden. Die altbewährte SMS wurde so als Standard der mobilen Kommunikation abgelöst. Es gibt heute etliche Messenger-Dienste, die diesen Service anbieten. Gerade WhatsApp ist als bekannteste Messenger-App auf einer Vielzahl von Smartphones installiert und wird zur täglichen Kommunikation mit Familie, Freundinnen oder Freunden aber auch im Berufsalltag genutzt. Doch spätestens seit Facebook sich im Februar 2014 den beliebten Messenger-Dienst gekauft hat, finden viele Diskussionen über die Datensicherheit bei Nutzung dieses Dienstes statt. Drei Schweizer entwickelten 2012 als Alternative zu WhatsApp und Co ihren eigenen Messenger Threema, der nach eigener Aussage maximale Sicherheit beim Chatten bietet. Wir stellen Ihnen hier den sicheren Messenger aus der Schweiz vor.

Was sind die Unterschiede, was die Gemeinsamkeiten?

Als Threema 2012 die erste Version ihrer App im Apples App Store zur Verfügung stellte, wiesen die meisten bis dahin bestehenden Messenger gravierende Sicherheitslücken auf. Threema sollte genau diese Nische füllen und den Nutzerinnen und Nutzern einen Messenger bieten, dessen höchste Priorität Sicherheit und Privatsphäre ist. Ein großer Unterschied zu anderen Anbietern ist, dass bei Nutzung von Threema die Angabe einer Handynummer nicht nötig ist. Bei Registrierung bekommt man eine zufällig erzeugte, achtstellige ID zugewiesen. Diese gilt als eindeutige Adresse, die man teilen und so von anderen gefunden werden kann. Eine Share-Funktion in der App macht es möglich, problemlos diese ID an Bekannte weiterzugeben. Danach kann man direkt beginnen, Threema zur mobilen Kommunikation zu nutzen. Die Funktionen bei Threema unterscheiden sich nicht signifikant von denen der anderen Anbieter. Es ist möglich, Einzel- sowie Gruppenchats zu erstellen, Sprachnachrichten und Dateien zu verschicken oder Videoanrufe zu tätigen. Auch eine Desktop-Version namens Threema Web ist seit 2017 verfügbar und ermöglicht die Kommunikation vom PC aus. Ebenfalls die Erstellung von Umfragen und Abstimmung ist innerhalb von Threema möglich.

Wer bezahlt für die Privatsphäre und Sicherheit?

Im Gegensatz zu den vielen anderen Messenger-Apps, eingeschlossen WhatsApp, ist Threema nicht kostenlos. Die App kostet aktuell einmalig knapp 5 Euro. Threema begründet diesen Preis damit, dass durch die Gebühr der Betrieb und Unterhalt der Server-Infrastruktur finanziert wird. Die einzige Alternative wäre laut der Besitzer der App, die Nutzerdaten zu monetarisieren, um dann die App kostenlos anzubieten. Dies ist für das Schweizer Unternehmen, dass damit wirbt, so wenige Daten wie nötig zu sammeln, keine Option.

Volle Transparenz sowie Verschlüsselung

Datenschutz ist, wie schon erwähnt, das zentrale Thema bei Threema. Durch modernste Verschlüsselung – sowohl zwischen den kommunizierenden Personen als auch zwischen App und Server – wird die Kommunikation mit Threema sehr sicher. Die Verschlüsselung sowie Entschlüsselung erfolgt direkt auf den Endgeräten, sodass Dritte – auch die Serverbetreiber – keinen Zugriff auf Inhalte bekommen. Auch die Sammlung der Nutzerdaten wird auf ein Minimum beschränkt: Neben der Ende-zu-Ende Verschlüsselung, die heute fast alle Messenger-Dienste anbieten, werden auch keine Kontaktlisten gespeichert. Diese werden beim Import nur anonymisiert an den Server übermittelt und direkt danach wieder gelöscht. Außerdem führt Threema kein Log darüber, welche ID mit welcher kommuniziert. Alle Apps der Schweizer sind zudem quelloffen, sodass sich jeder bei Interesse von der Sicherheit überzeugen kann. Threema arbeitet hier mit voller Transparenz.

Sichere Kommunikation im beruflichen Kontext

Nicht nur die private Kommunikation soll mit Threema sicherer werden, auch für den beruflichen Austausch hat das Unternehmen schon 2016 mit Threema Work ein eigenes Angebot geschaffen, das von vielen namhaften Firmen genutzt wird und eine wichtige Einnahmequelle darstellt. Threema hat hier die Zeichen der Zeit erkannt und einen Instant-Messenger entwickelt, der die berufliche Kommunikation sicherer macht sowie konform der DSGVO (Europäischen Datenschutz-Grundverordnung).

Ist Threema eine Alternative?

Threema ist das, was das Unternehmen verspricht: Sicher. Wer bei der mobilen Kommunikation Wert auf hohe Datensicherheit legt und keine persönlichen Daten an Unternehmen weitergeben will, ist bei Threema sehr gut aufgehoben. Die Statistik der Neuinstallationen dieser App zeigt an, dass Threema besonders dann viele neue Nutzerinnen und Nutzer erhalten hat, wenn das Thema Datenschutz in den Medien und in der Politik breitflächig diskutiert wurde: als das Überwachungsprogramm Prism von Edward Snowden an die Öffentlichkeit gebracht wurde, als Facebook WhatsApp übernahm sowie bei Einführung der DSGVO. Trotzdem hat es Threema noch nicht geschafft, den großen Konkurrenten WhatsApp bezüglich der Nutzerzahlen zu überholen. Dies liegt wohl daran, dass Datenschutz-Themen schnell wieder in Vergessenheit geraten und Nutzerinnen und Nutzer doch letztendlich dort kommunizieren, wo alle ihre Bekannten sind. Dies ist vielleicht nicht sicherer, aber unkomplizierter auf jeden Fall.

 

Quelle: Threema – Maximale Sicherheit beim Chatten. Beruflich und privat. 

Beitrag drucken