Kostenlose Bilder aus dem Internet mit Creative Commons

Wir kennen es doch alle: Da will man einen Blogbeitrag oder eine Präsentation über das Balzritual des indonesischen Nasenbeutlers fertig stellen, hat aber gerade kein Bild von dem Tier zur Hand. Und mal eben in den Flieger setzen und eines schießen, ist ausnahmsweise auch nicht drin. Schade. Da müssen wir es entweder beim trockenen Text belassen oder wieder mal auf Tante Google setzen und das passende Foto dort heraussuchen. Doch halt – dürfen wir denn einfach so fremde Bilder aus dem Internet weiterverwenden?

Verschiedene Lizenz-Arten in der Übersicht

Das deutsche Recht sagt: Nein. Wer ein Foto schießt, dem „gehört“ es auch. Er hat alle Rechte daran und kann damit machen, was er will. Außer, es sind andere Personen auf dem Bild zu sehen, dann braucht man auch deren Einverständnis (sie haben das sogenannte „Recht am eigenen Bild“). Wenn Sie also ungefragt ein fremdes Foto auf Ihrem eigenen Blog veröffentlichen, könnte das Schwierigkeiten mit dem Urheber geben – selbst wenn Sie ihn namentlich erwähnen, denn Sie haben sein Einverständnis ja nicht eingeholt. Kurz gesagt: Fremde Bilder, Grafiken und Fotos selbst öffentlich weiterzugeben, ist böse. Sie würden vermutlich auch nicht wollen, dass sich jemand ungefragt an Ihren Bildern bedient. Dasselbe gilt übrigens für Musik und Texte.

Wie also kommen wir legal an Bilder, bei denen wir uns sicher sein können, dass ihr Urheber nichts dagegen hat, wenn wir sie weiterverwenden? Lange Einleitung, kurzer Sinn: Das Stichwort heißt „Creative Commons Lizenz“ (CC). Unter dieser besonderen Lizenz veröffentlichen manche Fotografen, aber auch Musiker, Texter und Zeichner ihre Werke, wenn sie sie kostenlos und ohne Nachfrage anderen zur Verfügung stellen möchten. Auch, wenn es erst nicht danach klingt: Es lohnt sich für sie. Denn im Gegenzug müssen wir bei der Weiterverwendung bestimmte Kriterien einhalten:

  • Der Name des Urhebers muss im Beitrag oder der Präsentation genannt werden, am besten direkt unter dem Bild.
  • Hat das Werk einen Titel, nennen wir auch diesen.
  • Wichtig ist, dass wir mit einem Hyperlink auf die Originalquelle des Bildes verweisen (Vorsicht bei Wikipedia: Hier findet man viele CC-lizensierte Bilder, das Ursprungsbild liegt aber oft auf einer anderen Website).
  • Die Lizenz selbst muss auch noch verlinkt werden, da wir meist angehalten sind, das Bild unter den gleichen Bedingungen zu veröffentlichen. Es gibt mehrere unterschiedliche CC-Lizenzen.
  • Sollte ein Copyright-Hinweis im Bild enthalten sein, dürfen wir ihn nicht entfernen, beispielsweise durch Zurechtschneiden in PhotoShop. Falls wir die Datei bearbeiten dürfen und es auch tun, erwähnen wir das ebenfalls.

Die verschiedenen CC-Lizenzen sind auf creativecommons.org aufgelistet und verständlich in mehreren Sprachen erklärt. Normalerweise verweist der Urheber eines CC-Bildes selbst auf die Lizenzart, sodass wir uns für jedes Bild genau durchlesen können, was wir damit anstellen dürfen und was nicht. So sind beim einen Bild beispielsweise Nachbearbeitungen erlaubt, das andere müssen wir so nehmen, wie es ist. Dieses dürfen wir kommerziell nutzen, jenes nicht.

Es gibt mehrere CC-Lizenztypen

 

Schön, das Grundprinzip von CC kennen wir jetzt. Doch wie komme ich nun an meinen Nasenbeutler? Das ist im Prinzip auch recht simpel, gibt es doch spezielle Suchmaschinen, die nur nach CC-Inhalten suchen. Hier sind drei Beispiele:

CC-Search auf creative-commons.org

Sie können nicht nur nach Bildern suchen – auch Medien-, Video- und Musiksuchen sind möglich. Verschiedene Suchmaschinen stehen zur Auswahl.

FlickrStorm

Durchsucht den Bilderdienst Flickr nach passenden Fotos, lässt Sie Ihre Auswahl in einer Liste zwischenspeichern und verlinkt sogar den Urheber. Diesen Link müssen Sie nur noch kopieren und in Ihrem Artikel oder Ihrer Präsentation einfügen.

Let’s CC

Praktisch: Hier können Sie explizit nach kommerziell nutzbaren Inhalten suchen – genau das Richtige für Ihr Corporate Blog.

CC-Search: Suchdienst von creativecommons.org

Blind vertrauen sollten wir diesen Suchmaschinen nicht, da hin und wieder Bilder dabei sind, bei denen „Alle Rechte vorbehalten“ sind. Also Augen auf beim Bilderkauf bei der Bildersuche.

Wenn wir dann alles richtig gemacht haben, kann das Ganze so aussehen und unser Beitrag endlich online gehen oder unsere Präsentation auf die Leinwand fallen. Und der Nasenbeutler ist auch glücklich.

Nasenbeutler

Bildquelle (CC / bearbeitet): JJ Harrison

 

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