Zeichensetzung: Apostroph korrekt setzen

Apostroph richtig setzenBeim Texte schreiben zählt nicht nur der Inhalt, sondern auch die sprachliche Form, die richtigen Worte und die grammatikalische Richtigkeit. Wenige Satzzeichen der deutschen Sprache sorgen für so viel Verwirrung und werden so oft falsch verwendet wie der Apostroph. Ein Apostroph ist ein kleiner Strich, der auf gleicher Höhe wie Anführungszeichen gesetzt wird. In den meisten Fällen zeigt er an, dass ein oder mehrere Buchstaben ausgelassen wurden: Wie geht’s dir heute? (geht’s = geht es)

Ein Apostroph MUSS gesetzt werden

Einige Wörter sind sehr lange und werden deshalb um mehrere Buchstaben verkürzt. Hier muss dies durch einen Apostroph gekennzeichnet sein.
Beispiel:
K’lautern, M’gladbach, D‘dorf

Steht ein Name, der auf s, ss, ß, tz, z oder x endet, im Genitiv (= Wessen-Fall), so muss ein Apostroph gesetzt werden.
Beispiel:
Elias‘ Schuhe, Max‘ Restaurant, Lutz‘ Auto, Hans‘ Haus

Steht allerdings vor dem Namen im Genitiv ein bestimmter Artikel plus Attribut (z.B. ein Adjektiv), dann steht in der Regel kein Apostroph.
Beispiel:
Die Schuhe des kleinen Elias, das Restaurant des netten Max, das Auto des freundlichen Lutz

Auch bei der veraltet wirkenden Form der Adjektivierung mit ‚sch‘ steht der Apostroph
Beispiel:
Grimm’sche Hausmärchen, Freud’scher Versprecher

ACHTUNG: Da beim Englischen an Namen immer ein Genitiv-s angefügt wird, findet man diesen Trend auch immer häufiger im Deutschen (besonders bei Firmenbezeichnungen), aber grammatisch betrachtet ist das inkorrekt (z.B. Maria’s Hundeschule, Peter’s Worte) und erst recht Plural-Konstruktionen (z.B. Familie Meiers‘ Wochenendhaus).

Ein Apostroph KANN gesetzt werden

Wenn bei Verben der ersten Person Singular das ‚e‘ am Ende weggelassen wird, kann zwar ein Apostroph gesetzt werden, aber seit der Rechtschreibreform wird meist auf ihn verzichtet. Beide Formen (sowohl mit als auch ohne ‚e‘ am Ende) existieren in der gesprochenen Sprache gleichwertig nebeneinander.
Beispiel:
ich brauch, ich geh, ich tanz, ich sing

Ebenfalls seit der neuen Rechtschreibreform muss kein Apostroph stehen, wenn das Personalpronomen ‚es‘ zu ‚s‘ verkürzt wird. Hier sind beide Varianten erlaubt.
Beispiel:
Wie geht’s/gehts? Mach’s/machs gut. Hat’s/hats geschmeckt?

Beim Texte schreiben in poetischer und ästhetischer Form findet sich auch oft ein Apostroph, damit das Versmaß eingehalten wird.
Beispiel:
es war als hät‘ der Himmel

Ein Apostroph darf NICHT gesetzt werden

Bei Pluralformen, die auf ‚s‘ enden, steht nie ein Apostroph.
Beispiel:
Sofas, T-Shirts, Radiergummis

Auch bei Verschmelzungen von Präpositionen steht kein Apostroph.
Beispiel:
aufm Dach, ans Wasser, ins Glas

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